Weingut • Brennerei • Pension

Wenn die Tage kürzer werden, der Sommer sich langsam verabschiedet, dann beginnt bei uns in der Regel der Höhepunkt unseres Weinjahres – die Weinlese. Für uns ist diese Zeit immer eine der spannendsten Zeiten. Hier halten wir die Früchte, die wir das ganze Jahr über pflegten, endgültig in den Händen.

Es ist aber auch eine sehr arbeitsintensive und kritische Zeit. Die Weinlese als eine reine Lesetätigkeit zu verstehen, bei der die Trauben mit Scheren vom Stiel geschnitten werden um im Anschluss zum Winzervesper überzugehen, ist zwar malerisch, entspricht aber nicht ganz der Realität.

Planen und vorausschauen

Unsere Traubenlesen werden geplant und in unterschiedlichen Phasen geerntet. Wir beginnen in der Regel mit den sogenannten „frühen Sorten“. Dazu gehört beispielsweise der Rivaner gefolgt vom Dornfelder.

Im Anschluss folgen von der Reife dann der Weiß- und Grauburgunder, der Kerner und Spätburgunder. Als krönenden Abschluss bei der Weinlese gilt die Rieslingtraube.
Was sich hier als „schöne zeitliche Abfolge“ lesen lässt, reicht aber nicht um aus einer „reinen Weinlese“ im Anschluss auch qualitativ hochwertigen Wein herzustellen.
Als Winzer müssen wir weit mehr abschätzen und vorausplanen.

Wie wird das Wetter?

Der Witterungsverlauf im Herbst ist unter anderem dafür ausschlaggebend, ob ein Jahrgang nach Leseabschluss als gering, mittel, sehr gut oder gar als Spitzen– oder Jahrhundertjahrgang eingestuft wird. Sehen wir einem sonnigem, ruhigem Herbst mit kühlen Nächten entgegen, so schieben wir auch schon einmal unsere Erntezeiten nach hinten hinaus. Dadurch erhalten wir eine noch besser Traubenqualität.

Sehen wir jedoch vielen Regentagen entgegen, müssen wir unter Umständen die Weinlese nach vorn verschieben damit die Trauben nicht zu faulen beginnen.

Empfindliche Beeren lieben Sonderbehandlung

Eigentlich sollte man meinen, die Weinlese sei ein einfa­cher Vorgang. Die Trauben ernten, in Körben oder Wannen sammeln und ab zur Verarbeitung. Im Prinzip stimmt dies auch, aber da es sich um reife Trauben handelt, ist die Schale auch sehr dünn und empfindlich. Schnell kann so eine zarte Beere mal gequetscht werden.
Um das zu verhindern, ist es für uns wichtig, das Lesegut so behutsam wie möglich zu ernten und zu transportiert. Dazu gehört nicht nur ordentliches Werkzeug sondern auch saubere und geeignete Lesekörbe und Wannen.